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Chronik des Bezirksverbandes Telfs 1950 - 2013

Vorläufer des Bezirksverbandes Telfs war der am 12.Juni 1910 in Telfs gegründete „Erste Oberinntaler Musikbund“, dem die
Musikkapellen Rietz, Telfs, Pfaffenhofen, Oberhofen, Flaurling und Zirl angehört haben. Erster Obmann des Musikbundes
war Johann Neuner, Kapellmeister in Pfaffenhofen und zum ersten Bundeskapellmeister wurde der Telfer Kapellmeister
Alois Pöham gewählt.

Johann Neuner

Alois Pöham

Nach dem 1.Weltkrieg gab es sogar zwei Verbände, einerseits den bereits bestehenden „Ersten Oberinntaler Musikbund“,
der 1923 mit denselben 6 Musikkapellen wieder aktiviert wurde, und andererseits den viel größeren
„Musikbund Harmonie Oberinntal“, dem bei der Gründung am 10.April 1924 in Imst 17 Musikkapellen zwischen Imsterberg
im Westen und Oberperfuß im Osten beitraten. In den folgenden Jahren schlossen sich dem Musikbund Harmonie Oberinntal
weitere 13 Musikkapellen an, u.a. alle Kapellen des Stanzertales bis nach St.Anton/Arlberg und sogar Nauders im südwestlichen
Eck Tirols. Diese weiträumige Streuung verursachte unweigerlich immer wieder große organisatorische Schwierigkeiten.
Auch die wiederholten Versuche des Zusammenschlusses mit dem „Ersten Oberinntaler Musikbund“ erzeugten einige Spannungen.
Wie in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens führte der Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland 1938/39 zur Auflösung
beider Bünde und alle Musikkapellen wurden dem Tiroler Standschützenverband angeschlossen.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde dann auf Anregung des damaligen Flaurlinger Kapellmeisters Josef Strigl am 5.März 1950 beim
Brückenwirt in Hatting der „Bezirksverband Telfs“ unter Anwesenheit der Vertreter von den Musikkapellen Telfs,
Flaurling, Hatting, Inzing, Zirl und Ranggen aus der Taufe gehoben. Erster Bezirksobmann wurde der Initiator
Josef Strigl, sein Stellvertreter Josef Lindacher aus Telfs. Zum ersten Bezirkskapellmeister wählte man den Inzinger
Kapellmeister Hermann Oberthanner, der bereits 1924 treibende Kraft bei der Gründung des Musikbundes
Harmonie und dann vor dem Krieg deren letzter Bundeskapellmeister war. Kassier wurde Anton Krug
aus Hatting und das Amt des Schriftführers übernahm Albuin Zotz aus Flaurling.

 


Josef Strigl

Hermann Oberthanner

Die Kapellen Mieming, Wildermieming, Rietz, Pfaffenhofen, Oberhofen und Oberperfuß traten dann ebenfalls dem neugegründeten
Verband bei, wobei sich Oberperfuß bereits 1953 und Rietz 1961 den Nachbarverbänden anschlossen. Durch den Beitritt der
Musikkapellen Pettnau (1961), Oberinntaler Jugendkapelle (1974-85), Polling (1980) und Obsteig (1998, Wechsel vom Bezirk Imst)
erreichte der Bezirksverband Telfs die heutige Größe von 13 Musikkapellen. Der momentane Stand (2013) an aktiven Musikantinnen
und Musikanten einschließlich Stabführer und Marketenderinnen beträgt 715, davon sind 652 aktive Musiker; das ergibt
einen Schnitt von 50 Musiker pro Musikkapelle. Von den 715 Mitgliedern sind 381 jünger als 31 Jahre (= 53%) bzw.
231 Mädchen (= 32%).

Die Aufgaben des Bezirksverbandes sind bis heute im wesentlichen gleich geblieben, wie die Veranstaltung
von Bezirksmusikfesten und Wertungsspielen, die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen, die
Zusammenstellung von Auswahlorchestern unter der Leitung bekannter Dirigenten, die Ehrung verdienter Musikanten/innen,
die Verteilung von Subventionsmitteln des Landes Tirol.

 

Bezirksausschuss 1978

sitzend: Ernst Pöham (Bez.kapellmeister, Telfs), Karl Oberthanner (Bez.obmann, Inzing),
Fritz Bieler (Bez.obm.-Stv., Pettnau)

stehend: Siegfried Köll (Bez.kpm.-Stv., Mieming), Roland Stampfer (Bez.kassier, Zirl),
Franz Heiß (Bez.jugendreferent, Zirl), Arnold Breitfuss (Bez.schriftführer, Oberhofen),
Johann Volgger (Beirat, Wildermieming), Engelbert Wilhelm (Beirat, Hatting)

Bezirksobmänner:

Nach Josef Strigl war Alois Wett aus Zirl von 1953-67 Bezirksobmann, der für diese 14 verdienstvollen
Jahre zum Ehrenbezirksobmann ernannt wurde. Dem Pettnauer Kapellmeister Fritz Bieler folgte 1969 Karl Oberthanner
(Inzing) in dieses Amt, das er dann 15 Jahre ausübte und dafür ebenfalls mit dem Ehrenbezirksobmann geehrt wurde.
Oberthanner gehörte auch dem Vorstand des Landesverbandes der Tiroler Blasmusikkapellen an und leitete diesen
von 1983-95 als Geschäftsführer. 1985 übernahm Richard Hold (Flaurling) das Amt des Bezirksobmannes. In diese
Zeit wurden vom damaligen Schriftführer Bruno Haselwanter (Pettnau) eigene Statuten ausgearbeitet und 1988
wurde der Bezirksverband Telfs als eigener Verein von der Vereinsbehörde anerkannt. 1990 folgte dann der
bisherige Stellvertreter Roland Mair (Pfaffenhofen) als Bezirksobmann nach. Unter Mair wurden viele neue Impulse
im Bezirksverband gesetzt, wie z.B. CD-Aufnahme mit allen 12 Bezirkskapellen, Bezirkschronik in Buchform, Bezirksalmblasen
, Tag der Jugend beim Bezirksmusikfest, Einführung des „Bürgerschillings“ (finanzielle Unterstützung durch die
13 Gemeinden), Homepage, Logo, fünfmalige Organisation eines Bezirksblasorchesters, Kameradschaftsausflüge. Mair,
der seit 2005 Landesverbandsgeschäftsführer ist, wurde 2006 von Bruno Haselwanter (Pettnau) als Bezirksobmann
abgelöst, der zuvor 20 Jahre Bezirksschriftführer war. Als Auszeichnung für diese 16 sehr erfolgreichen Jahre wurde
Roland Mair zum Ehrenbezirksobmann ernannt.

Bezirksausschuss 1992

sitzend: Karl Oberthanner (Ehrenbez.obmann, Inzing), Roland Mair (Bez.obmann, Pfaffenhofen),
Hubert Maizner (Bez.kapellmeister, Ranggen), Arnold Breitfuss (Ehrenbez.kpm., Pettnau)

stehend: Bruno Haselwanter (Bez.schriftführer, Pettnau), Peter Scharmer (Beirat, Inzing),
Josef Krug (Bez.jugendreferent, Pettnau), Christian Holzeis (Beirat, Mieming),
Klaus Trenkwalder (Bez.stabführer, Wildermieming), Othmar Triendl (Bez.kassier, Ranggen)

Bezirkskapellmeister:

Hermann Oberthanner leitete 17 Jahre lang als Bezirkskapellmeister mit viel Umsicht und Energie den Bezirksverband.
Mit der Ernennung zum Ehrenbezirkskapellmeister wurden seine Verdienste entsprechend gewürdigt. Ihm folgten
1967 Ernst Neuner (Zirl) und 1976 Ernst Pöham (Telfs). Der bisherige Bezirksschriftführer Arnold Breitfuss aus Pettnau,
der damals Kapellmeister in Pfaffenhofen und Oberhofen war, übernahm dann 1982 das Amt des Bezirkskapellmeisters
und gleichzeitig auch die neu geschaffene Funktion des Bezirksstabführers. Breitfuss, der auch als Komponist sehr
erfolgreich gewirkt hat und auch heute noch viele Werke für die Blasmusik schreibt, hat in seiner Schaffenszeit die
musikalische Entwicklung im Bezirksverband ganz wesentlich beeinflusst. Aus seinen unzähligen Kompositionen
dürfen 3 Beispiele erwähnt werden: 1972 widmete Breitfuss den Marsch „Tiroler Musikanten“ allen Musikanten des
Bezirksverbandes Telfs und schrieb am Schluss seiner Werkbeschreibung: „Möge uns dieser Marsch ein Ansporn für
unsere Blasmusik im Musikbezirk Telfs sein und uns die kleinen Auseinandersetzungen und Probleme unserer Zeit ein
kleinwenig vergessen lassen!“
Auch die beliebte und häufig gespielte „Musikantenmesse“ und der im Jahr 2000 zum
50-Jahr-Jubiläum des Bezirksverbandes gewidmete und vom Bezirksblasorchester uraufgeführte Konzertmarsch „Marche
Jubil
é“ seien an dieser Stelle besonders hervorgehoben. Für seine Verdienste wurde Arnold Breitfuss 1990 das
Bezirksehrenzeichen verliehen und im selben Jahr wurde er auch zum Bezirksehrenkapellmeister ernannt. 1990 hat
Dipl.Ing. Hubert Maizner (Ranggen) diese Aufgabe übernommen und 2002 an Andreas Sappl (Telfs) übergeben.
Für diese 12 verdienstvollen Jahre wurde Maizner ebenfalls zum Ehrenbezirkskapellmeister ernannt. 2008 wurde
dann Alois Kranebitter aus Mieming zum Bezirkskapellmeister gewählt, der zu diesem Zeitpunkt die MK Wildermieming
und anschließend die MK Flaurling als Kapellmeister leitete.

Bezirksausschuss 2000

sitzend: Jakob Schluifer (Bez.obm.-Stv., Oberhofen), Roland Mair (Bez.obmann, Pfaffenhofen),
Arnold Breitfuss (Ehrenbez.kpm. u. Beirat, Pfaffenhofen), Hubert Maizner (Bez.kapellmeister, Ranggen),
Peter Scharmer (Bez.kpm.-Stv., Inzing)

stehend: Sepp Fleischer (Bez.pressereferent, Telfs), Wolfgang Kostner (Jugendbeirat, Hatting),
Christian Zoller (Bez.stabführer, Hatting), Bruno Haselwanter (Bez.schriftführer, Pettnau),
Andreas Fischer (Bez.jugendreferent u. Bez.kassier, Mieming), Eugen Bachmann (Beirat, Obsteig),
Stefan Laube (Jugendbeirat, Obsteig), Hans-Peter Probst (Beirat), Hannes Spiegl (Jugendbeirat, Ranggen)

Bezirksjugendreferenten:

Um die Jugendausbildung im Bezirksverband zu verbessern – damals gab es ja noch keine Musikschulen
mit dem heutigen Angebot und dieser Qualität – wurde 1970 der damalige Obmann des Musikvereins
Zirl und Leiter der vereinseigenen Musikschule Franz Heiß zum ersten Bezirksjugendreferenten gewählt.
Heiß leistete damals wahre Pionierarbeit. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, dass der Bezirksjugendreferent
damals ein halbes Jahr vor der Prüfung an jedem Samstag-Nachmittag den Musikschülern das theoretische
Wissen für die Erlangung des Jungmusikerleistungsabzeichens zu vermitteln und die gesamte Prüfung selbst
auch noch zu organisieren hatte. Diese Arbeit wird heute von den Musikschulen durchgeführt. Unter seiner
Ära wurde auch die „Oberinntaler Jugendkapelle“ gegründet, die vom damaligen Trompetenlehrer Rudolf Korp
geleitet wurde und sich aus Jungmusikanten fast aller Bezirkskapellen zusammensetzte. Leider löste sich diese
Jugendkapelle 1985 wieder auf. Für seine Verdienste erhielt Heiß 1990 das Bezirksehrenzeichen. 1985 wurde
Josef Krug – damals Obmann und etwas später Kapellmeister der MK Pettnau – zum Jugendreferenten gewählt.
Er führte 14 Jahre lang dieses wichtige Amt mit viel Umsicht und Engagement. In dieser Zeit wurde zur
Unterstützung der Arbeit des Jugendreferenten ein Jugendbeirat gebildet, der dann 2002 durch die Installierung
des Jugendreferent-Stellvertreters abgelöst wurde. Seine Tätigkeit wurde 1999 ebenfalls mit der Verleihung des
Bezirksehrenzeichens gewürdigt. 1999 folgte ihm Andreas Fischer (Mieming) nach, der bis 2002 und nach
Sonja Heiß (Telfs) dieses Amt von 2005 bis 2008 wieder bekleidete. Fischer übergab sein Amt dann an die junge
Posaunistin Simone Witting (Telfs), die mit sehr viel Engagement diese Funktion ausübte. Im Feber 2013 wurde
der Musiklehrer Florian Trenkwalder (Oberhofen) mit den überaus wichtigen Aufgaben des Bezirksjugendreferenten
betraut.

Bezirksausschuss 2016

sitzend: Mag. Christian Zoller (Bez.stabführer, Hatting), Alois Kranebitter (Bez.kapellmeister, Flaurling),
Ing. Buno Haselwanter (Bez.obmann, Pettnau), Florian Trenkwalder (Bez.jugendreferent, Oberhofen),
Ing. Thomas Krug (Bez.kassier, Pettnau)

stehend: Ing. Martin Plattner (Bez.obmann-Stv., Zirl), Herbert Zangerl (Bez.kapellmeister-Stv, Pettnau),
Christian Thaler (Bez.beirat, Obsteig), Ing. Martin Reiter (Bez.beirat, Pfaffenhofen),
Julia Schuchter (Bez.jugendreferent-Stv., Mieming), Hannes Haslwanter (Bez.beirat, Inzing),
Arnold Wackerle (Bez.schriftführer, Telfs)